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Zirkus Events

„Zirkuspädagogik ist die Erziehung und Bildung durch Zirkus und nicht die Ausbildung zum Zirkus“

Kindheit, Schule und Lernen von heute sind mit dem Leben noch vor 30 Jahren, als junge Eltern selbst noch Kinder waren, nicht mehr vergleichbar. War es Kindern in den 70ern noch möglich mit gleichaltrigen Freunden, der Peergroup, soziales Verhalten zu „üben“, wird heute die gesamte Freizeit der Kinder von den Eltern organisiert. Es klingelt nicht mehr an der Tür und eine Truppe von Nachbarskindern fragt, ob Thorsten oder Susi zum Spielen raus dürfen, ebenso sagt auch kaum ein Elternteil mehr: „Aber wenn die Laternen angehen, bist du wieder zu hause.“ Die Wohnviertel sind entweder vollkommen zugebaut oder bieten manchmal schön anzusehende, aber doch vorgefertigte und eingezäunte Spielareale zu denen die Kinder auch noch von ihren Eltern gebracht und abgeholt werden. Der sozial verträgliche Umgang mit anderen und die konstruktive Lösung von Konflikten fehlen also oft schon in der vorschulischen Biografie eines Kindes, denn Dinge wie  „Teilen“ und „Akzeptieren“ müssen nicht von Mutti beigebracht, sondern vom Kind gelebt werden. Spätestens mit Schuleintritt, wird dies aber neben der Fähigkeit, sich wirklich konzentrieren zu können, unbedingt vorausgesetzt. Erst an diesem Punkt treffen viele Kinder auf eine Peergroup und statt sich auf die Lerninhalte konzentrieren zu dürfen, müssen sie die langwierigen und nicht selten fehlgeleiteten Sozialisationsprozesse – Stichwort Mobbing etc.-  durchleben. Zirkuspädagogische Projekte können hier, wie kulturelle und künstlerische Bildung in Schulen überhaupt, eine sehr wertvolle Unterstützung bieten oder wie Prof. Dr. Jonny Kiphard (Begründer der Motopädagogik) schreibt:


„Unser Alltag ist arm geworden an außergewöhnlichen, spannenden und aus der Eintönigkeit herausragenden Ereignissen… Der pädagogische Wert des „sanften Abenteuers“ Zirkus liegt in der Erziehung zur Selbsterziehung. Es (das Kind) erzieht sich selbst dazu, standhaft, beständig und tragfähig zu sein, Haltung zu bewahren, um damit anderen Halt zu geben und den Zusammenhalt in der Gruppe zu unterstützen. Ein kleines Beispiel: Die Pyramide kann wackeln und in sich zusammenfallen, aber irgendwann steht sie - ein Werk der Gemeinschaftsleistung. Das sind Spitzenerlebnisse, Highlights und Sternstunden der Bewährung und des Abenteuers.“